Um das Ziel zu erreichen, ein Instrument zu schaffen, das trotz seiner bescheidenen Größe für den Konzertbetrieb wirklich attraktiv und in der Südtiroler Orgelwelt einzigartig ist, war von Anfang an klar, dass zwei Dinge von grundlegender Bedeutung sind: einerseits die Treue zu den historischen Vorbildern, andererseits die Bau- und Klangqualität.
Aus diesem Grund fiel die Wahl auf Orgelbau Eule, ein traditionsreiches sächsisches Unternehmen, das lange Erfahrung in der Restaurierung der Originalinstrumente von Silbermann (Großharmannsdorf, Dittersbach, Crostau usw.) und Hildebrandt (Naumburg, Störmthal, Lengefeld usw.) hat: Nur mit direktem Fachwissen ist es auch möglich, die Details originalgetreu zu bilden.
Für die Intonation will man sich an Orgelbauer Munetaka Yokota wenden, der sich intensiv mit den klanglichen Eigenschaften historischer Instrumente auseinandergesetzt und erfolgreich an mehreren bedeutenden Rekonstruktionen in Europa, den Vereinigten Staaten und Japan gewirkt hat.
Diese beiden Akteure, Orgelbauer Eule und Munetaka Yotoka, haben bereits im Rahmen des Utopa-Projekts für die Stiftung Orgelpark in Amsterdam hervorragend zusammengearbeitet. Dieses vortreffliche Instrument, das 2018 eingeweiht wurde, ist im sächsischen Stil gebaut und stellt einen wichtiges Vorbild für unser Projekt dar.
Die technischen Merkmale:
Das Gehäuse soll sich in die Architektur der Kirche einfügen. Über die Gestaltung der neuen Orgel wird innerhalb der Gemeinde entschieden. Daher ist es noch nicht möglich, eine endgültige Skizze davon vorzulegen. Die Innenstruktur wird aber weitgehend jener der Originalinstrumenten entsprechen.
Manuale, Pedal und Register werden in Gestaltung und Maßen den Silbermann-Orgeln entsprechen. Es wird sich um ein rein mechanisches Instrument handeln: Sie wird mit den Materialien und Abmessungen der Originalinstrumente gebaut. Auch Windladen, Ventile und Windkanäle werden originalgetreu dimensioniert und gefertigt: Nur so lässt sich das typisches Spielgefühl und Klang historischer Orgeln wiederherstellen.
Die Pfeifen werden in eigener Fertigung produziert, ausgehend von Platten mit hohem Zinngehalt, die auf Leinentuch gegossen werden, wie es für Orgeln der sächsischen Schule typisch ist.
Sie werden nach traditionellen Methoden und gemäß den typischen Maßen von Silbermann und Hildebrandt zusammengebaut.
Die Intonation erfolgt vollständig vor Ort, um das Instrument perfekt an die Akustik der Kirche anzupassen.
Die Stimmfrequenz des Instruments wird auf 415 Hz (Cammerthon) festgelegt, um die Begleitung des Orchesters ohne Transposition zu ermöglichen.
Die vorläufige Disposition* umfasst 18 Register und orientiert sich treu an den kleinen zweimanualigen Instrumenten von Silbermann (Großhartmannsdorf, Helbigsdorf) und Hildebrandt (Langhennersdorf). Es ist nur eine kleine Abweichung vorgesehen: Die Klankrone des zweiten Manuals soll durch ein Zungenregister ersetzt werden.
HAUPTWERK (C,D-d”’, 50 Tasten):
1 -Principal 8’
2 -Praestant 4’
3 -Quinta 3’
4 -Octava 2’
5 -Mixtur IV
6 -Rohr=Flöthe 8’
7 -Quintadena 8’
8 -Spitz=Flöthe 4’
OBERWERK (C,D-d”’, 50 Tasten):
9 -Gedackt 8’
10-Rohr=Flöthe 4’
13-Nasat 3’
12-Octava 2’
13-Tertia 1.3/5’
14-Sufflet 1’
15-Vox Humana 8’
PEDAL (C,D-d’, 26 Tasten):
16-Sub=Baß 16’
17-Octaven=Baß 8’
18-Posaunen=Baß 16’
SPIELHILFEN:
-Tremulant
-Schiebekoppel
-Pedalkoppel HW
*Die endgültige Disposition könnte je nach finanziellen Mitteln und verfügbarem Platz variieren.